• 08.10.14

    Pressemitteilung zum Welttag, 08.10.2014

    Zum Welteitag:  Eier – rundum wertvoll

    Unsere Urgroßeltern gingen einfach zum Nachbarn, um Eier zu kaufen. Die Großeltern versorgten sich am Wochenmarkt, und unseren Eltern stand in größeren Märkten erstmals ein zunehmendes Angebot differenzierter Waren zur Verfügung. Heute stehen wir in großen Verkaufsräumen in Supermarktketten und können zwischen den verschiedensten Produktgruppen und -differenzierungen wählen. Alles sortiert, kontrolliert, deklariert und in Top-Qualität. Denn Österreichs Eierbauern produzieren nach den strengsten Hygiene-, Umwelt- und Tierschutzgesetzen Europas. Nutzen wir doch die in Europa einzigartige Möglichkeit, zu Produkten zu greifen, die unseren hohen Ansprüchen entsprechen.

    Unsere Urgroßeltern und Großeltern machten sich über Dinge wie Rückverfolgbarkeit, Hygiene oder Tierschutz noch keine Gedanken. Den Bauern von nebenan kannten sie persönlich, seine Hühner ebenfalls und auch später am Wochenmarkt kaufte man nur beim Händler seines Vertrauens. Was die Qualität des Eies betraf, reichte der Hausfrau eine sensorische Überprüfung des aufgeschlagenen Eies, um zu entscheiden, ob es verwendbar war oder nicht. Heute stehen  wir in großen Verkaufsräumen der Supermarktketten vor dem Eierregal und versuchen, eine mit unserem Gewissen und unserer Geldbörse zu vereinbarende Entscheidung zu treffen.

    Der Entscheidungskriterien sind viele: Haltungsformen, Gewichtsklassen, Farben, Eigenmarken, Gütesiegelauszeichnungen, oder „functional food“, beispielsweise Eier, die durch spezielle Fütterung der Hennen mit Omega 3-Fettsäuren angereichert sind.

    Welche Eier nehme ich mit nach Hause? Rückverfolgbarkeit und Hygiene

    Als Konsument kann man den Weg des Eies vom Geschäft, in dem man sich gerade befindet, über die Packstelle bis hin zum Landwirt zurückverfolgen, per Internet sogar über die Nummer, die direkt auf dem Ei gestempelt wurde, über die Österreichische Eierdatenbank  (OEDB) direkt zum Betrieb.
    Man kann weiters sicher sein, dass sämtliche Hygienevorschriften sowohl auf dem Betrieb, als auch auf der Packstelle eingehalten werden, da sie regelmäßig von unabhängigen Kontrollstellen untersucht werden. Auch die Legehennen werden regelmäßig untersucht, wenn man Eier mit bestimmten Gütesiegeln erwirbt.
    Weitere Vorgaben, z.B. bis wann der Handel das Ei verkaufen darf (Verkauf bis...) und Haltbarkeitshinweise (mindestens haltbar bis…) unterstützen uns Konsumenten, nicht etwa ein grün schimmeliges, übel riechendes Ei, sollte dies doch mal in einer Verpackung sein, zu uns zu nehmen.

    Von der Produktionssteigerung…
    In der Nachkriegszeit war das Ei ein reines Grundnahrungsmittel zur Bedarfsdeckung und man machte sich wenig Gedanken darüber, wie es den Hennen ging. 
    ZMP, Bonn berichtete 2009: „In den 1950er Jahren war die Situation durch einen deutlichen Nachholbedarf beim Eierkonsum gekennzeichnet. Entsprechend dem steigenden Nahrungsbedarf bis hin zur „Fresswelle“ schnellte auch die Eierproduktion nach oben. Diese Entwicklung setzte sich nahezu kontinuierlich bis 1970 fort. Damals wurden fast 300 Eier je Kopf verzehrt. In diese Zeit fiel auch eine deutliche Intensivierung der Produktion durch die Einführung von Käfighaltungssystemen.“ 
    Die Züchtung  schritt immer weiter fort und es gab Spezialisierungen auf Legehennen für die Eiproduktion und auf Masttiere für die Fleischproduktion.

    … zur Lebensqualität der Legehennen 
    Doch nach und nach kam es zu einem Wertewandel: es stand nicht mehr nur die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln im Mittelpunkt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte dazu, dass man nach und nach zwischen einem immer reichhaltigeren Angebot auswählen konnte. Irgendwie begann sich die Denkweise wieder umzukehren, und man machte sich mehr und mehr Gedanken, wie die Nahrungsmittel erzeugt wurden und zu welchen Bedingungen die Tiere dazu gehalten wurden. 
    Bei den Legehennen beschloss man bereits 2004, die Käfighaltung in Österreich per 2009 zu verbieten, in Deutschland 2010 und in Europa wurde das 2012 umgesetzt. Damit ist ein großer Schritt Richtung Tierschutz gemacht worden, den die Eierproduzenten mitgegangen sind. Österreich setzte dann noch eines drauf, und seit Herbst 2010 werden heimische Legehennen nur mehr mit gentechnikfreiem Futter gefüttert. Um die Abhängigkeit von der Einfuhr amerikanischer Sojaproduzenten zu verringern, hat man im Jahr 2013 beschlossen, nur mehr Soja (ein Hauptbestandteil des Legehennenfutters) aus dem europäischen Donauraum zu verfüttern. Die Legehennen in Österreich leben selbstverständlich mit ungekürzten Schnäbeln, wenn die Eier über bestimmte Gütesiegelprogramme vermarktet werden. Davon hat sich sogar bereits eine deutsche Delegation persönlich überzeugt.

    Was geschieht mit der anderen Hälfte?
    In Europa sind zurzeit über 300 Millionen Legehennen im Einsatz, in Österreich knapp 6 Millionen. Auf Grund der Tatsache, dass sich die Züchtungen so sehr spezialisiert haben, sind die männlichen Nachkommen dieser Zuchtlinien für eine wirtschaftliche Mast nicht mehr geeignet.
    Tatsachen, die verdrängt wurden, werden heute in der Öffentlichkeit diskutiert. Es wird nach Lösungen gesucht, um die Vernichtung männlicher Eintagsküken zu verhindern.
    Da wären zum Beispiel die Geschlechtsbestimmung im Ei,  an zwei Methoden wird zurzeit intensiv geforscht: zum einen an einer spektroskopischen Bewertung der Keimscheibe, zum anderen an einer Hormonbestimmung im Embryo. Die Erfolgsquoten sind bei beiden Ansätzen hoch, aber die Umsetzung ist derzeit noch viel zu teuer.
    Versuche, die männlichen Nachkommen der Legehennen zu mästen scheiterten, da sich der Konsument dieses Fleisch nicht leisten kann und der Landwirt von der Mast auch nicht leben kann.
    Nun besinnt man sich wieder der alten Zeiten, man arbeitet an einem Zweinutzungshuhn, das sowohl viele vermarktungsfähige Eier legen kann und auch einen Fleischansatz bildet, den man sich leisten kann. Leider sind diese Eigenschaften negativ miteinander verbunden, sodass man, salopp gesagt,  eher wenige, eher kleinere Eier bekommt, aber die Hennen dafür ganz schön viel Futter brauchen. Der Fleischansatz der Hähne ist auch nicht überragend. Das heißt, die derzeitige Situation ist weder für den Konsumenten, noch für den Landwirt zufriedenstellend, aber man arbeitet weiter daran, sie zu verbessern.
    Genau auswählen und auf heimische Ware schauen
    Die landwirtschaftlichen Eiererzeuger arbeiten nach bestimmten Qualitätsrichtlinien (z.B. AMA Gütesiegel), nehmen an bestimmten Markenprogrammen teil, verwenden bestimmte Futtermittel für die Hennen (gentechnikfreien Donausoja) und lassen das von objektiven  Stellen kontrollieren. Sie sind auch bereit, Vorgaben umzusetzen, die hohe Tierschutzstandards gewährleisten. Das alles verteuert die Erzeugung von Eiern im Vergleich zu Ländern, die nicht so hohe Vorgaben bei der Eiproduktion haben. Was also für Hygiene, Tierschutz, Qualität und Sicherheit geleistet wird, steht in hartem preislichen Konkurrenzkampf zu europäischer Ware.
    Nutzen wir doch die in Europa einzigartige Möglichkeit, zu Produkten zu greifen, die unseren hohen Ansprüchen entsprechen!

    Kontakt: 
    Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH (EZG Frischei)
    Tel.+43/1/802 14 90, 
    Fax +43/1/802 14 90 14, 
    E-mail: ezg@ezg-frischei.at,
    hp: www.ezg-frischei.atwww.bunte-eier.at
     Österreichische Frischeier 
    Erzeugergemeinschaft 
    Vertriebs-GmbH

    Speisinger Straße 16/3
    1130  Wien