• 08.10.15

    Pressemitteilung zum Welteitag, 09.10.2015

    Das Ei, ein Lebensmittel,
    … dessen Erwerb in verschiedene Größen für uns selbstverständlich ist
    … das im täglichen Leben nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die es eigentlich verdient
    … in dem viele Nährstoffe von Natur aus in handlichen Portionen verpackt sind

    Der Welteitag, ein Tag,
    … an dem dem Ei die Aufmerksamkeit gewidmet wird, die es verdient
    … an dem auch an die Legehennen, ohne die es keine Eier gäbe, gedacht wird
    …der vom Österreicher Willi Kallhammer, Präsident der International Egg Commission (IEC), 
        schon 1996 in Wien ins Leben gerufen wurde

    War es anfänglich zum Welteitag das Bestreben,  das Ei ins rechte Licht zu rücken und den Verkauf ordentlich anzukurbeln, wird der Welteitag nun auch von Tierschutzorganisationen zum Anlass genommen, hinter die Fassade zu blicken. Nicht nur das Ei an sich, sondern auch die Leghennen und deren Lebensbedingungen stehen zunehmend im Mittelpunkt. Welteitag, die Chance, alles Aktuelle zum Thema Eierzeugung zu erfahren.

    Hohe Standards – gerechte Preise

    Meist bedeutet die Umsetzung eines neuen Standards einen Mehraufwand an Zeit und Geld für den Erzeugerbetrieb. Auf der anderen Seite bedeutet jeder Standard ein Plus an Sicherheit für den Konsumenten. Vergleicht man die Qualität heimisch erzeugter Eier mit der von anderen EU-Ländern, stellt man fest, dass sich die Erzeugung von Eiern in Österreich wesentlich bei Tierschutz, bei der Qualität, bei der Nachhaltigkeit und bei der Produktsicherheit von der Eierzeugung in anderen Ländern unterscheidet. Dafür ist natürlich auch ein höheres Preisniveau unerlässlich.

    Beginn der Vorreiterrolle Österreichs in Europa: Das Ende der Käfige

    Mit 2012 wurde in Europa die Haltung von Legehennen in konventioneller Käfighaltung verboten. Österreich hat das zum Wohl der Legehennen bereits 2009 erfolgreich umgesetzt. Da die Umstellung mit erheblichen Investitionskosten verbunden war, musste so mancher Betrieb die Eierproduktion beenden, wodurch der Selbstversorgungsgrad kurzfristig gesunken ist.

    AMA Gütesiegel und Eierdatenbank: Lebensqualität für Hennen und Sicherheit für Konsumenten

    Schon beim Stallbau steht das Wohl der Legehennen im Mittelpunkt, die alle ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben dürfen. Jeder Betrieb, auf dem Eier produziert werden, muss amtlich registriert sein, erhält per Bescheid einen Erzeugercode und muss diesen bereits auf dem Betrieb auf die Eier stempeln. Durch die Österreichische Eierdatenbank ist  die Herkunft des Eis vom Regal über die Eierpackstelle bis in den Erzeugerbetrieb nachverfolgbar.
    Selbstverständlich dürfen die empfindlichen Schnabelspitzen der Legehennen weder gestutzt noch kupiert werden. Das ist in anderen europäischen Ländern nicht so, und dort können mit mehr Hennen auf derselben Fläche billiger Eier erzeugt werden.

    Österreichische Eier: gut fürs Klima – Donausoja: Gentechnikfreiheit aus Europa!

    Mit dem Griff zu österreichischen Eiern kann jeder auch etwas für das Klima tun. Denn alle österreichischen Legehennen, deren Eier im LEH erhältlich sind, bekommen seit August 2010 nicht nur gentechnikfreies Futter, sondern seit November 2013 nur Soja (der wichtigste Bestandteil des Legehennenfutters) aus Europa. Weite Transportwege werden vermieden und damit die Co2 Problematik reduziert.

    Ein Höchstmaß an Produktsicherheit für den Konsumenten
    Im Rahmen des AMA - Gütesiegels wird den Konsumenten größtmögliche Sicherheit durch Richtlinien geboten, die noch weit über die vorgeschriebenen Gesetze hinausgehen. Untersucht werden nicht nur der Stall, der Kot der Tiere und der Eierlagerraum, sondern auch die Futtermittel. Im Rahmen von Überwachungsprogrammen werden sämtliche Probennahmen in eine zentrale Datenbank gespeichert. Im Falle eines positiven Befundes wird der betreffende Betrieb sofort gesperrt und eine Nachkontrolle angeordnet. So ist es fast ausgeschlossen, dass Eier in den Handel kommen, die die Gesundheit des Menschen gefährden können.

    Faire Preise für sichere Qualität gefordert

    Bei Frischeiern ist eine eindeutige Kennzeichnung der Herkunft und die Rückverfolgung mit der Eierdatenbank schon längst kein Thema mehr. Der nächste Schritt ist die Kennzeichnung der Herkunft der Eier bei Teigwaren oder Mehlspeisen, damit sich die Konsumenten auch hier bewusst für heimische Qualität entscheiden können. Klar ist, dass diese nicht mit Preisen in anderen EU-Ländern vergleichbar ist, denn hervorragende  Qualität gibt’s leider nicht zum Nulltarif.

    Österreich im Vergleich zur EU

    In Österreich sind derzeit über sechs Millionen Legehennen registriert, der Großteil, über vier Millionen, lebt in Bodenhaltung, das sind über 67%. Über eine Million Freilandhennen, das sind knapp 20%,  und über 600.000 Biofreilandlegehennen, das entspricht etwa  10 %, sind in Österreich gemeldet. Der Rest ist noch in ausgestalteten Käfigen untergebracht.

    Zum Vergleich: in der EU gibt es eine maximale Kapazität von knapp 380 Millionen Legehennen. Allerdings sind dort knapp 56 %, also mehr als die Hälfte, in ausgestalteten Käfigen, ca. 26% in Bodenhaltung, etwa 14% in Freilandhaltung und es gibt gerade einmal 4 % Biolegehennen.

    Grundsätzliches zum Eiermarkt

    Die absatzmäßigen Fixpunkte im Jahresverlauf der Eiproduktion sind das Ostern und Weihnachten. Saisonübliche Schwankungen und marktwirtschaftliche Gesetze werden allerdings immer häufiger durch Spekulationen, extreme Witterungseinflüsse oder Kontrakte beeinflusst. Die hohe weltweite Vernetzung einzelner Märkte und nicht vorhersehbare Katastrophen, wie z.B. das Auftreten der Geflügelpest in den USA im Herbst 2014, erschweren die Prognostizierbarkeit.